Maturitätsarbeit, geschrieben im Herbst 2022
Kantonsschule Zürcher Oberland
Warum
Warum ein Kinderwanderweg?
In dieser Arbeit soll Leben stecken. Ich möchte etwas gestalten, bei dem ein Lebewesen im Vordergrund steht und dass, wenn es fertiggestellt ist, einen Nutzen hat. So stehen die Ansicht und die Interessen des Kindes für mich im Fokus.
Der Kinderwanderweg ist ein lebendes Projekt, welches nicht mit dem Abgabedatum dieser Arbeit beendet ist. Es ist eine fortlaufende Arbeit. Ich freue mich auf die Einweihung meines Kinderwanderweges und bin gespannt auf die ersten Eindrücke und Rückmeldungen.
Ausserdem soll es etwas Draussen sein. Ich schätze die Zeit, die ich in der Natur verbringe sehr, sie stellt einen wichtigen Ausgleich für mich dar. Schon als Kind durfte ich viele wertvolle Erfahrungen in ihr sammeln. Wir waren als Familie oft wandern, dabei waren auf Kinder ausgerichtete Wege mit Posten unterwegs immer besonders toll, so zum Beispiel der Spatz-Männi-Weg im Atzmännig. Ich möchte diese Freude weitergeben und dazu beitragen, dass die Natur auch von kommenden Generationen wertgeschätzt wird.
Diese Arbeit bietet die Möglichkeit, einmal etwas ganz anderes zu machen, etwas umzusetzen was bis jetzt noch keinen Platz hatte. Ich möchte diese Chance auch nutzen, um im Kontrast zum intellektuellen Schulalltag eine handwerkliche, praktische Arbeit zu machen, die zudem einen direkten Nutzen hat.
Was
Was ist ein Kinderwanderweg?
Bei meinem Weg handelt es sich nicht um einen einfachen Wanderweg, bei dem man einfach den Wegweisern von A nach B folgt, sondern es handelt sich um einen Weg, der einer Geschichte folgt. Es geht um die Geschichte eines Regentropfen namens Leni, der gemeinsam mit den Wanderern durch den Regen reist. Unterwegs treffen die Wanderer immer wieder auf Posten, an welchen sie einen Auftrag ausführen und ein Rätsel lösen sollen. So geht es von Hittnau von Posten zu Posten bis nach Pfäffikon ZH. Die Aufträge und Rätsel werden mit einer eigens dazu konstruierten (Vorschlag programmierten) App gestellt.
Was genau mache ich?
Meine Arbeit besteht darin, entlang eines bestehenden Weges (unter anderem Teilen der Guyer-Zeller-Wanderwege) Privatgrundbesitzer anzufragen, ob ich auf ihrem Grundstück einen der Posten errichten darf. Anschliessend gehören der Bau und die Installation der Posten dazu, sowie die Wartung.
Wie bereits erwähnt wird die Geschichte mit den Aufträgen und Rätseln per App vermittelt, dabei werde ich von der Firma SwissLocalTravel unterstützt, welche mir auch sonst mit guten Ratschlägen und Erfahrungsberichten zur Seite steht.
Warum im Regen?
Eine spezielle Eigenschaft meines Wanderweges ist, dass man ihn nur im Regen machen kann. Die Posten sind so konstruiert, dass sie mit dem Thema Regen zusammenhängen, auch bei den Rätseln geht es um den Regen.
Ich finde Kinder sollten auch im Regen rausgehen dürfen. Kinder lernen über Sinneseindrücke. Die Welt wirkt ganz anders im Regen, die neuen Eindrücke schärfen die Sinneswahrnehmung. Kinder sind von Natur aus neugierig, man sollte ihnen meiner Meinung nach nicht die Möglichkeit vorenthalten, mit den ungewohnten Gegebenheiten zu experimentieren und ihrer Kreativität freien Lauf zu lassen. So entstehen aus den einfachsten Dingen wie zum Beispiel Pfützen die kreativsten Spiele und Welten. Wer sagt denn, dass in diesen Pfützen nicht winzig kleine Zauberwale leben, die man nur im Regen sehen kann?
Ausserdem stärkt es das Immunsystem, wenn Kinder auch bei «Hudelwetter» draussen sind. Im Grunde spricht nichts dagegen, mit der passenden Kleidung auch im Regen Zeit draussen zu verbringen.